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listeÜbersicht EVENTS 2010/11


Harburger Schule schult Selbstvertrauen in Projektwoche

Angefangen hatte alles im letzten Jahr, als 6 Lehrkräfte der Grundschule und Mittelschule Harburg zu einem dreitägigen Lions Quest Seminar fuhren, um das Programm „Erwachsen werden“, das vom Lions Club angeboten wird, kennenzulernen. In der Woche vor den Herbstferien wurde nun mit einem einwöchigen Projekt an der Schule der Startschuss gegeben, dieses Programm dauerhaft ins Schulprogramm zu integrieren.

Lions Quest stellt ein Programm dar, das Kindern Kompetenzen und Werte vermitteln soll, die ihnen helfen sollen, „gesund“ erwachsen zu werden und als Erwachsener bestehen zu können. Dazu gehört zu lernen, wie man mit Konflikten in Familie und Freundeskreis sinnvoll und konstruktiv umgeht, wie man Süchten und ungünstigen Einflüssen widerstehen kann, aber auch und ganz besonders, wie man sich in sich selber und andere einfühlen kann, sich selber annehmen kann und eigenes Selbstvertrauen entwickeln kann. Selbstvertrauen stellt die Grundvoraussetzung dar um einen richtigen Umgang mit anderen zu entwickeln, um schwierige Situationen konstruktiv zu meistern und Erfolg im Leben zu haben, ohne schlechten Einflüssen zum Opfer zu fallen. Deshalb stellten Konrektorin Marga Riedelsheimer, die mit einigen Kolleginnen zusammen die Projektwoche initiiert hatte, auch die Schulung des Selbstvertrauens in den Mittelpunkt der Projektwoche.

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Nach einem gemeinsamen theoretischen Auftakt durch Frau Riedelsheimer in der Aula der Mittelschule und Grundschule Harburg, an dem die Klassen 4 mit dem Lied „Starke Kinder“ auf die Woche einstimmten, erarbeiteten die Klassen 4-8, die an dem Projekt teilnahmen, wie sich Selbstvertrauen entwickelt. An dem Modell eines dreibeinigen Hockers wurden die Säulen des Selbstvertrauens ermittelt: seine Fähigkeiten entdecken, Anerkennung finden für Geleistetes und Verantwortung für sich und andere übernehmen. Viele Kinder setzten sich zum ersten Mal damit auseinander, wo sie eigentlich gut sind und wo sie überall Verantwortung übernehmen müssen und was sie bei sich und anderen für Fähigkeiten entdecken können. In einer weiteren Einheit wurde erarbeitet, wie man anderen richtig zuhört. Auf spielerische Weise wurde ermittelt, wie wichtig das Interesse am Gesagten und der Blickkontakt sind, wenn man anderen zuhört, aber auch will, dass man selber angehört wird. Auch bewusstes „Nicht- Zuhören“ wurde dabei geübt und herausgestellt, wie sich der Sprechende dabei fühlt- nämlich missachtet und unwichtig. Dass Erfolge das Selbstvertrauen stärken ist längst bekannt, aber dass man sie oft nicht wahrnimmt und auch anderen nicht vermittelt und sie in ihren Erfolgen bestärkt bremst die Entwicklung des Selbstvertrauens. In einer dritten Einheit sollte nun herausgearbeitet werden, wo die Schüler überall Erfolge verbuchen können, dass Dinge, die wir geschafft haben und anfangs als schwierig erschienen, einen persönlichen Erfolg darstellen aber auch bewusst gemacht werden müssen- bei sich selbst und bei und von anderen. Und eine letzte theoretische Einheit befasste sich mit dem Thema “DU bist toll“. Hier sollten die Kinder gegenseitig an anderen tolle Seiten finden und benennen, falls nicht im persönlichen Gespräch, so doch anonym. Jeder konnte so ein Sammelsurium an tollen Eigenschaften über sich selbst mit heimtragen- und, dass Lob von anderen wichtig für die Entwicklung des Selbstvertrauens ist, versteht sich von selbst.

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Zusätzlich zu den Projekteinheiten selber durften die Kinder aber auch noch an 2 weiteren Aktionen teilnehmen. So hatte Frau Riedelsheimer für alle Klassen den Besuch des Niedrigseilgartens in Bliensheim bei Wertingen gebucht. Dort durften die Kinder einen Vormittag erfahren, was es heißt im Team Aufgaben zu erfüllen, die auch nur im Team zu schaffen sind und wie wichtig es ist, sich auf sich selber, aber vor allem auch auf andere verlassen zu können. Nicht nur einmal stieß ein Kind , aber auch die Gruppe dabei an seine innere Grenze und wurde von der Gruppe weitergetragen und schaffte so Dinge, die es vorher nicht für möglich gehalten hätte. Aber auch das Team selber lernte, wie wichtig es ist nicht allein zu agieren. Einen ganz neue Klassendynamik kam dabei teils zum Vorschein.

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 Neben diesem Highlight durfte jeder Klasse im Rahmen der Projektwoche auch noch entweder an „Selbstbehauptung“ oder „Yoga“ teilnehmen. Herr Bruckmeier aus Nördlingen war mit Frau Zitrell angereist und zeigte den Kindern, wie wichtig „Selbstbewusstes Auftreten“, eine „Entschiedene Körpergestik“, das „Entschiedene Nein-Sagen“ sind, um sich gegen Angriffe oder Anmache oder generell vor anderen behaupten zu können. Mit vielen zum Teil auch lustigen und für die Kinder sehr ungewohnten Übungen, die auch die laute, energische Stimme und Gestik in den Mittelpunkt stellten, begeisterten die beiden Spezialisten die Schüler und gaben ihnen wertvolle Tipps mit ins Leben.

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Frau Beck aus Ebermergen führte andere Gruppen zwei Vormittage lang in Yoga ein und schulte hier eher die Wahrnehmung des eigenen Körpers, die Kraft des in Sich Hinein Hörens und Spürens und die Kraft der Stille und Ruhe. Auch hieraus kann man sein eigenes Ich neu entdecken und stärken. Erstaunlich war wie sich die Kinder auf diese für sie meist neue Erfahrung einließen und begeistert mitmachten. Für viele wird es sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, Yoga als Weg zur Selbststärkung einzubeziehen.

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Freitags fand die Woche in der Aula mit dem Lied „Gemeinsam sind wir stark“ einen gemeinsamen Abschluss und den Kommentaren der Kinder aber auch aller teilnehmenden Lehrkräfte war zu entnehmen, dass es eine tolle, gewinnbringende Woche war, die den Kindern viel mit auf den Weg gegeben hat und das eigene Ich und das Teamgefühl gestärkt hat. „Ich hab so viele Fähigkeiten an mir und anderen entdeckt, die ich vorher gar nicht kannte“- so ein Schüler aus der 6. Klasse nach der Woche. In den Klassen soll nun im Verlauf des Schuljahres immer wieder weiter mit dem Lions Quest Programm gearbeitet und ein immer wieder kehrender fester Bestandteil des Schulalltags werden.

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