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Schulpflichtverlängerung (§ 38 BayEUG)

Hat jeder eine zweite Chance verdient?

Ein erfolgreicher Mittelschulabschluss oder der Quali haben bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle und bei der späteren beruflichen Karirere einen gewissen Wert. Verdient der, der eines der beiden Ziele verfehlt, automatisch eine zweite Chance? Oder muss er sich diese zweite Chance durch sein Verhalten in der 9. Klasse erst "verdienen"?

Das neue Bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) brachte auch eine Neufassung des Schulpflichtgesetzes, das diese Frage beantwortet und über das wir Sie hier kurz informieren möchten.

infoArtikel 38 des Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes

„Ein Schulpflichtiger, der nach neun oder zehn Schulbesuchsjahren den Haupt-schulabschluss oder den qualifizierenden Hauptschulabschluss nicht erreicht hat, darf im unmittelbaren Anschluss daran auf Antrag seiner Erziehungsberechtigten in seinem zehnten und elften Schulbesuchsjahr die Hauptschule besuchen. Die Schule kann die Aufnahme ablehnen, wenn zu erwarten ist, dass durch die Anwesenheit des Schülers die Sicherheit oder die Ordnung des Schulbetriebs oder die Verwirklichung der Bildungsziele der Schule erheblich gefährdet ist."

Fragen, die die Neufassung klärt

  1. Kann die Schule den Antrag ablehnen?
    Neu hierbei ist, dass die Schule die Aufnahme unter den oben genannten Umständen versagen kann.
  2. Kann die Schule die Verlängerung stoppen?
    Eine weitere Neuerung ist in Art. 86 Abs. 2 Nr. 8 und 9 BayEUG in Verbindung mit Art. 86 Abs. 4 EUG festgelegt. Demnach kann die Schule mit dem Mittel einer Erziehungsmaßnahme als Ordnungsmaßnahme auch einen Schüler mitten im Schuljahr von der Schule wieder verweisen.
  3. Kann der Schüler die Schulpflichterlängerung abbrechen?
    Die dritte Neuerung sieht für den Schüler etwas positiver aus: Wenn z.B. ein Schüler plötzlich eine Lehrstelle bekommen sollte, so kann er aus der Hauptschule zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder austreten. In einem solchen Fall muss der Schüler aber damit rechnen, dass er dann in der Berufsschule den Anschluss nicht findet und deshalb das erste Berufsschuljahr wiederholen muss.

Im Falle des freiwilligen Besuchs der Hauptschule ruht die Berufsschulpflicht (Art. 39 (1) BayEUG). Sie lebt nach Beendigung des freiwilligen Volksschulbesuchs wieder auf.

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